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vExpo 2005 ein sensationeller Erfolg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Herbert Arp   
Freitag, 16. September 2005 um 13:36

Die diesjährige vExpo in der Zwydecker Konföderation gilt bereits nach fünf Tagen mit bis zu 1000 Beiträgen pro Tag als herausragender Erfolg. 30 Mikronationen und 11 virtuelle Vereine bieten täglich über 300 Besuchern Informationen und Aktionen rund um ihr Land und ihren Auftrag.


Die virtuelle Expo (vExpo) ist eine Weltaustellung von so genannten Mikronationen, virtuellen Staaten, die ausschließlich im Internet existieren. Sie simulieren Politik, Wirtschaft und gesellschaftliches Leben durch das Schreiben von Beiträgen in Internetforen und durch die Präsentation ihres Landes auf einer Website. Die Teilnehmer der vExpo sind nur ein Teil der tatsächlich existierenden deutschsprachigen Mikronationen, liefern aber einen Querschnitt dieses Hobbys.

Die seit 2000 jährlich stattfindende vExpo orientiert sich an seinem realen Vorbild: Jeder Teilnehmer unterhält einen Pavillon, der durch eine informative Website und ein Unterforum des Veranstalters simuliert wird. Das Maskottchen ist ein Hai, über dem das Motto steht: „aufregend anders“ und es wurde sogar eine vExpo-Hymne verfasst, die die treffende Textpassage enthält: „You can be a King or you can be a hero, its easy what ever you want. Or you can called you Mister President, you can be rich or you are poor.“ (Du kannst ein König sein oder Du kannst ein Held sein, es ist leicht, was immer Du willst. Oder Du kannst Dich Herr Präsident nennen, Du reich sein oder Du bist arm.).

Mikronationen erheben keinerlei reale Ansprüche, weder geographisch noch politisch, doch sie orientieren sich teilweise an realen Vorbildern, kopieren sie aber nicht einfach, sondern entwickeln sie. Chinopien („Das Gelbe Reich“) etwa nimmt Anleihen aus China, während Nedersassonien den Stamm der Sachsen eine etwas andere Entwicklung gegeben hat und so ein verändertes „Niedersachsen“ darstellt. Es gibt aber auch weniger eindeutige Staaten, wie etwa Pottyland, in dem es „wildgurkenfreies Wildgurkenbier“ gibt oder das Kaiserreich Drachenstein, das neben Menschen auch von Elfen, Zwergen und Hobbits bewohnt wird.

Neben den erfundenen Staaten gibt es noch so genannte historische Mikronationen, die etwa das deutsche Kaiserreich oder das antike Israel simulieren. Dabei sind alle geographischen, gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen durch die Geschichte vorgegeben. Dennoch beschränken sich solche Nationen nicht auf das simple Nachspielen der Geschichte, sondern sie simulieren vor dem Hintergrund der Geschichte.

Ein besonderer Gast der diesjährigen vExpo ist der Staat Taanach, der sich kulturell an das antike Israel anlehnt. Diese Mikronation wird nicht von Deutschen bewohnt, sondern u.a. von Südafrikanern, Norwegern, Israelis, Schweizern und Indern. Sie sprechen in ihren Foren sowohl Deutsch, als auch Norwegisch und Englisch.

Die meisten Mikronationen sind auf einer der inzwischen drei virtuellen Weltkarten verzeichnet und haben so auch geographisch Kontakt miteinander. Üblicherweise werden keine diplomatischen Beziehungen zwischen Staaten unterschiedlicher Weltkarten aufgenommen, doch zur vExpo erfährt diese Regel eine Ausnahme. Aber nicht nur dort gibt es kartenübergreifenden Kontakt, weitere Veranstaltungen sind z.B. eine gerade beendete Fußballweltmeisterschaft oder ein intermikronationales „Fest der Nationen“ vom Verein „Freunde der MikroKultura“, das im Oktober stattfinden wird. Alle Mikronationen sind Hobbyprojekte und erheben keine Gebühren.

Jeder, der über einen Internetanschluss verfügt, kann hier virtuell Politik machen. Dabei gibt es kaum Grenzen: Jede erdenkliche Regierungsform kann simuliert werden, die häufigsten sind aber Demokratie, Monarchie und Diktatur. Die Wirtschaft wird oft mittels eines ausgeklügelten Systems simuliert, dass sogar Devisenhandel glaubhaft darstellt, doch nicht jede Nation nimmt an der Wirtschaftssimulation teil. Es gibt virtuelle Zeitungen, Stadtbeschreibungen, Universitäten und Museen, man kann einen Minister spielen, einen Künstler oder einen Priester. Alles kann simuliert werden, man braucht nur Zeit und Fantasie.

vExpo
Nedersassonischer Reichsbund
Das Gelbe Reich
Königreich Pottyland
Kaiserreich Drachenstein
Taanach
Freunde der MikroKultura

Aktualisiert ( Dienstag, 16. September 2008 um 13:39 )